Sasha Waltz & Guests
»In C« von Sasha Waltz & Guests
Musik von Terry Riley
Trailer »Zweiland«
Uraufführung
Sophiensæle, Berlin, 25. September 1997
Die Choreographin Sasha Waltz begeistert durch phantasievolle und surreale Geschichten, die ihre Kraft aus dem banalen Alltag schöpfen. Was die Menschen im Innersten bewegt, ist Ausgangs-Punkt energiegeladener Bewegungsstudien. Ihre Stücke nehmen uns mit auf Reisen durch unterschiedlichste Gefühls- und Traumwelten. Die Lebensräume der Menschen spielen eine tragende Rolle.
Die Produktion »Zweiland« führt in einen öffentlichen Raum: die Straße. Die Dynamik und das pulsierende Lebensgefühl der Straße spiegeln sich in den rhythmischen Bewegungssequenzen wider. Sasha Waltz sucht in »Zweiland« eine poetische Annäherung an das Thema »Bilder aus Deutschland«. Gesellschaftliche Verhältnisse werden auf der zwischenmenschlichen Ebene dargestellt und dadurch direkt erfahrbar. Die symbolische Zahl »Zwei« wird in verschiedenen Formen sichtbar: Zusammenwachsen, Zweisamkeit und Entzweiung, Verzweiflung. Absurde Alltagssituationen wechseln sich ab mit Charakterstudien und märchenhaften Bildern. Deutsche Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten werden von den Darstellenden selbst interpretiert und lassen so Musik und Tanz zu einer Einheit verschmelzen.
Beethoven 7
Sasha Waltz & Guests
Ludwig van Beethoven
Diego Noguera
In diesem zweiteiligen Abend widmet sich Sasha Waltz gemeinsam mit einem Ensemble von 13 Tänzer:innen der »Sinfonie Nr. 7 in A-Dur (op. 92)« von Ludwig van Beethoven und kontrastiert dieses klassische Stück mit dem Auftragswerk »Freiheit/Extasis« des zeitgenössischen Komponisten Diego Noguera. Bereits im Juni 2021 hatte die Choreographin im Rahmen des Beethoven-Tags »Mit Beethoven durch Europa« des europäischen Kultursenders ARTE in der antiken Tempelstätte von Delphi eine Choreographie zu zwei Sätzen von Beethovens Siebter geschaffen. Diese Musik ließ sie seitdem nicht mehr los. In ihr schwingen Fragen der Zeit mit, die für uns auch heute noch eine Rolle spielen: das Scheitern einer Revolution, die (erzwungene) Rückkehr zu alten Traditionen, die Reibung zwischen dem Wunsch nach gesellschaftlicher Transformation und Restauration und der damit einhergehende Verlust von Freiheit und Zukunftsperspektiven. Zu den live gespielten elektronischen Klängen von Diego Noguera mit dem Titel »Freiheit/Extasis« greift Sasha Waltz diese Themen zu Beginn des Abends auf und interpretiert sie aus zeitgenössischer Perspektive neu: Wie verhalten sich persönliche Freiheit und gesellschaftliche Zwänge zueinander?