Vorverkaufsstart: »Zweiland« & »for the time being« im Radialsystem
Im August widmen wir uns mit der Wiederaufnahme eines weiteren bedeutenden Frühwerks von Sasha Waltz erneut dem Gedanken des »living archive«: Diesen Sommer wird »Zweiland« (1997) an eine neue Tanzgeneration weiter gegeben. Nach über 10 Jahren kehrt die Produktion vom 27. bis 30. August im Radialsystem damit wieder zurück auf die Bühne. Im gleichen Zeitraum ist auch die neueste Produktion von Sasha Waltz & Guests »for the time being« noch einmal im Radialsystem zu erleben. Der Vorverkauf ist gestartet.
Die Choreographin Sasha Waltz begeistert in ihren frühen Stücken durch phantasievolle und surreale Geschichten, die ihre Kraft aus dem banalen Alltag schöpfen. Was die Menschen im Innersten bewegt, ist Ausgangspunkt energiegeladener Bewegungsstudien. Die Stücke nehmen uns mit auf Reisen durch unterschiedlichste Gefühls- und Traumwelten, in denen die Lebensräume der Menschen eine tragende Rolle spielen.
Die Produktion »Zweiland« von 1997 führt in einen öffentlichen Raum: die Straße. Die Dynamik und das pulsierende Lebensgefühl einer Berliner Straße spiegeln sich in den rhythmischen Bewegungssequenzen wider. Sasha Waltz entfaltet in »Zweiland« vor einer symbolischen Mauer eine poetische Annäherung an das Thema »Bilder aus Deutschland« und erzählt die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs und Aufbruchs wie ein Märchen. Gesellschaftliche Verhältnisse werden auf der zwischenmenschlichen Ebene dargestellt und dadurch direkt erfahrbar. Die symbolische Zahl »Zwei« wird in verschiedenen Formen sichtbar: Zusammenwachsen, Zweisamkeit und Entzweiung, Verzweiflung. Absurde Alltagssituationen wechseln sich ab mit Charakterstudien und märchenhaften Bildern. Deutsche Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten werden von den sieben Darstellenden selbst interpretiert und lassen so Musik und Tanz zu einer Einheit verschmelzen.