»Körper« bei den Oster-Tanz-Tagen in Hannover

Seit der Premiere 2000 an der Schaubühne Berlin wurde der erste Teil der »Körper«-Trilogie von Sasha Waltz mit der Musik von Hans Peter Kuhn bereits in mehr als 48 Städten und über 30 Ländern gezeigt. Nun ist das Stück erstmals im Rahmen der Oster-Tanz-Tage in Hannover zu sehen.

Bereits zum 15. Mal lädt das Ballett der Staatsoper Hannover zu den Oster-Tanz-Tagen ein. 2018 liegt ein Fokus des Festivals auf dem Dreiklang aus Tanz – Körper – Raum. Wir freuen uns daher umso mehr, dass die Produktion »Körper« in diesem Rahmen zu sehen sein wird.

Sasha Waltz visualisiert in »Körper« mit ihren dreizehn Tänzerinnen und Tänzern die Hülle und das Innere des menschlichen Körpers, seine Schönheit und Hässlichkeit, seine Sterblichkeit und den Traum vom perfekten Körper. Was ist der Körper? Wie setzt er sich zusammen? Der menschliche Organismus wird sowohl als einheitliches System abgebildet, als auch in seine Fragmente zerlegt. Die untersuchte Anatomie findet eine Übertragung in die Geometrie des Raumes.

Viele der Tänzerinnen und Tänzer der Originalbesetzung sind auch 18 Jahre später noch dabei und haben den Entwicklungsprozess des Stückes quasi am eigenen Körper durchlaufen, wie Claudia de Serpa Soares in einem Interview anlässlich der Aufführung im Londoner Sadler’s Wells vor wenigen Wochen erzählte.
 
Eva-Elisabeth Fischer beschrieb die eindrückliche Körperarbeit in der Süddeutschen Zeitung 2000 als mutig: »Sasha Waltz und ihre Tänzer haben diesen Mut, in der großen Leere zu schwelgen, einer Leere, die einzig eine hoch aufragende schwarze Wand als Raumteiler durchschneidet. In die Nacktheit des Raumes mischt sich die Nacktheit der Tänzer, ebenso nüchtern, ebenso rein. (…) Sasha Waltz ist eigentlich eine Architektin. Sie kann sich verlassen auf ihr Gespür für effektvolle Formationen und Tänze mit Aplomb. Sie legt Menschenkörper aus zu Stand-Fotografien, ballt Menschengruppen zu Laokoon-Skulpturen, verdichtet Körper so nah, dass sie wie ein einziger erscheinen (…).«
 
Zehn Jahre später zog Frank Wiegand in der Welt die Bilanz, dass in »Körper« Themen zu finden sind, die sich immer wieder in den Arbeiten von Sasha Waltz finden: »Ein Meisterwerk zwischen Blitz und Donner… In »Körper« kündigen sich all die Themen an, die Waltz bis heute beschäftigen: Der Konflikt zwischen Individuum und Masse, die Auflösung von Geschlechterdifferenzen – und vor allem der Widerhall zwischen Tänzerkörper und Raum.«
 
»Körper«
Choreographie: Sasha Waltz
Musik: Hans Peter Kuhn
30. 31. März
Oster-Tanz-Tage Hannover