Orfeo an der Staatsoper entfällt

Nach einem Jahr Pause wäre die Compagnie am 15., 18. und 20. November 2020 wieder an der Staatsoper Unter den Linden zu sehen gewesen mit Sasha Waltz‘ Version von Claudio Monteverdis »Orfeo« im Rahmen der 3. Barocktage. Gemäß dem am 28. Oktober gefassten Beschluss von Bund und Ländern zur Bekämpfung der SARS-Cov2-Pandemie müssen die Vorstellungen nun leider abgesagt werden. 

Claudio Monteverdis »Orfeo« gilt als ein Meisterwerk europäischer Musikgeschichte und genießt den Ruf, die erste Oper zu sein. Sicher ist seine Vertonung des Mythos um Orpheus und Eurydike die erste, heute erhaltene »Favola in musica«, die mit der Uraufführung 1607 erstmals Instrumentalmusik, Gesang, Tanz und Bühne als eine Einheit verstand. Für Sasha Waltz laufen im »Orfeo« verschiedenen Stränge vorangegangener Kreationen zusammen, verbinden sich Solist*innen aus ihren Bearbeitungen zeitgenössischer Werke mit den Akteuren der Alten Musik.

Ihre Version von Henry Purcells Barockoper »Dido & Aeneas« wurde 2004 zum Beginn eines neuen Kapitels ihrer künstlerischen Arbeit. Sie erweiterte die Mittel des Musiktheaters um die theatralen Ansätze des Tanzes und schuf eine für die Oper neuartige Verschmelzung von Tanz, Gesang und Musik: die choreographische Oper. In der Auseinandersetzung mit den Kompositionen »Medea« (Dusapin, 2007), »Roméo & Juliette« (Berlioz, 2007), »Passion« (Dusapin, 2010) und »Matsukaze« (Hosokawa, 2011) entwickelte sie dieses Genre kontinuierlich weiter. Nach der Auseinandersetzung mit dem Orpheus-Mythos in Pascal Dusapins Kammeroper »Passion« knüpft Sasha Waltz mit »Orfeo« wieder am barocken Ursprung an.

Orfeo
Sasha Waltz
Claudio Monteverdi
15. November, 18 Uhr
18. 20. November 2020, 19 Uhr
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