»Amal« im Berliner Radialsystem zu sehen

Das Stück von Medhat Aldabaal und Davide Camplani entstand 2016 nach einem Tanzworkshop im Rahmen der ZUHÖREN-Plattform von Sasha Waltz & Guests und ist am 1. Juli erneut im Radialsystem zu sehen.

Man hält an einem Wunsch fest, den der Verstand vielleicht schon abgeschrieben hat. Das tut oft weh oder lässt einen meinen, man werde verrückt. Dann wieder lässt es das Herz hüpfen. Dauernd aufs Neue wühlt der Widerstreit gegensätzlicher Ahnungen einen auf. Die Choreographie von Medhat Aldaabal und Davide Camplani beschreibt mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes diesen aufreibenden Zustand. Sein Name ist »Amal« (arabisch: Hoffnung). In Gestalt eines kleinen Jungen klettert er auf die Schultern der vier Männer, erlaubt ihnen nicht, auf dem Boden liegen zu bleiben, versetzt sie immer wieder in Aufruhr, mit sanfter Strenge.

2016 initiierte Medhat Aldaabal mit Davide Camplani die Entwicklung des Stücks in Folge eines Tanzworkshops im Rahmen der ZUHÖREN-Plattform von Sasha Waltz & Guests. Hier trafen er und seine drei Mittänzer, die alle vier aus Syrien nach Berlin gekommen waren, sich wieder. Sie formierten die Tanzgruppe »Amal« und erarbeiteten unter der Leitung Aldaabals und Davide Camplanis (Sasha Waltz & Guests) über den Verlauf eines Jahres hinweg die gleichnamige, abendfüllende Choreographie. In Begleitung der Live-Percussion Ali Hasans fanden sie Bilder zwischen Vergangenheit und Zukunft. Der Prozess des Ankommens in einer neuen Gesellschaft hat dabei auch die individuelle Betrachtung der Tänzer auf den Begriff Hoffnung immer wieder neu verschoben.

Amal
Medhat Aldaabal
Davide Camplani

Konzept
Medhat Aldaabal
Leitung / Choreographie
Medhat Aldaabal
Davide Camplani
Licht
Martin Hauk
Kostüme
Carina Kastler
Tanz/ Choreographie
Medhat Aldaabal
Moufak Aldoabl
Firas Almassre
Fadi Waked
Nima Thiem (Kind)
Musik
Ali Hasan (Percussion)
Technische Leitung
Giorgio de Santis

Eine Produktion von Sasha Waltz & Guests im Programm »Education & Community«.
Made in Radialsystem.
Die Vorstellung wird gefördert durch das Fellowship »Weltoffenes Berlin« der Senatsverwaltung Kultur & Europa und das Residenzprogramm »Artists at risk« der Allianz Kulturstiftung.
Sasha Waltz & Guests wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur & Europa und dem Hauptstadtkulturfonds.