Sasha Waltz wurde 1963 in Karlsruhe geboren. Mit fünf Jahren erhielt sie ihren ersten Tanzunterricht von der
Mary Wigman-Schülerin Waltraud Kornhaas. 1983–86 studierte sie an der School for New Dance Development in Amsterdam und lebte 1986–87 in New York, wo sie mit Pooh Kaye, Yoshiko Chuma & School Of Hard Knocks,
Lisa Kraus & Dancers tanzte. Auf ihre Rückkehr nach Europa 1988 folgte eine intensive Zusammenarbeit mit Choreographen, Bildenden Künstlern und Musikern wie Tristan Honsinger, Frans Poelstra, Mark Tompkins,
David Zambrano und Voré. Nach Berlin kam sie 1992 durch ein Stipendium des Künstlerhauses Bethanien, wo sie das interdisziplinäre Projekt »Dialoge« realisierte. 1993 gründete sie gemeinsam mit Jochen Sandig die Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests. In den folgenden Jahren entstanden die drei Teile der »Travelogue-Trilogie«: »Twenty to Eight« (1993), »Tears Break Fast« (1994), »All Ways Six Steps« (1995). Mit »Allee der Kosmonauten« wurden 1996 die sophiensæle in Berlin-Mitte eröffnet. Das Stück wurde zum 34. Theatertreffen Berlin eingeladen und gastierte auf zahlreichen internationalen Festivals, u.a. als offizieller deutscher Beitrag beim »Theater der Nationen« in Seoul, Korea. In Zusammenarbeit mit arte/ZDF wurde »Allee der Kosmonauten« 1998 in der Regie von Sasha Waltz verfilmt, neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen erhielt sie für ihr Filmdebüt den
Adolf Grimme-Preis. In den Sophiensælen wurde 1997
im Rahmen der 48. Berliner Festwochen »Zweiland« uraufgeführt. »Na Zemlje« folgte 1998 als russisch-deutsche Koproduktion. 1999 entwickelte Sasha Waltz die beiden Projekte »Dialoge ’99/ I« in den Sophiensælen und »Dialoge ’99/ II« im Jüdischen Museum Berlin. Von 1999 bis 2004 bildete sie gemeinsam mit Jens Hillje, Thomas Ostermeier und Jochen Sandig die Künstlerische Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz. Das im Januar 2000 als Eröffnungsproduktion des Theaters unter neuer Leitung uraufgeführte Stück »Körper« wurde zum 37. Theatertreffen Berlin eingeladen. Neben weiteren internationalen Preisen wurde es mit dem Grand Prix 2000 des Belgrader BITEF Festivals ausgezeichnet. Der Film »Körper«, produziert in Zusammenarbeit mit 3sat/ZDF, wurde für den Emmy Award 2000 nominiert und erhielt u.a. den »Grand Prix Scènes d’Ecran« 2001 in Brüssel. Sasha Waltz wurde 2000 der Kritikerpreis des Verbandes Deutscher Kritiker verliehen. Im selben Jahr wurde ihre Choreographie »S« uraufgeführt. Im September 2001 realisierte Sasha Waltz das raumgreifende Projekt
»17–25/4 Dialoge 2001«, das die gesamte Architektur des Mendelssohnbaus am Lehniner Platz umfasste. Das aus dieser Recherche entstandene Stück »noBody« wurde 2002 uraufgeführt und bildet den Abschluss einer Trilogie über den Menschen und seinen Körper. Als Koproduktion mit dem Festival d’Avignon adaptierte Sasha Waltz »noBody« im selben Jahr für den Cour d’Honneur des Papstpalastes. Im Auftrag von arte/ZDF wurde auch »noBody« von Sasha Waltz verfilmt. »insideout«, eine Koproduktion mit der Kulturhaupstadt Europas Graz 2003, wurde im September 2003 in Graz uraufgeführt und erhielt den OPUS-Preis für das Bühnenbild des Jahres. Impromptus entstand 2004 als Choreographie zur Musik von Franz Schubert. Mit »Dido & Aeneas« in Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden, dem Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg und der Opera de Montpellier choreographierte Sasha Waltz zum ersten Mal eine Oper. Die Verfilmung durch ZDF/Arte erhielt den Fernsehpreis Prix d´Italia. Seit September 2004 leitet Sasha Waltz wieder die unabhängige Compagnie
Sasha Waltz & Guests. Im November 2005 wurde ihre neue Choreographie »Gezeiten« an der Schaubühne uraufgeführt. 2006 arbeitete Sasha Waltz erstmals mit einem anderen Ensemble, sie schuf für das Ballett der Opéra de Lyon "Fantasie" zu Franz Schuberts F-moll Fantasie zu vier Händen. Darüberhinaus kreiierte sie für den Intendanten und Startänzer des Staatsballett Berlin das "Solo für Vladimir Malakhov".
Die zweite choreographische Oper »Medea« von Sasha Waltz zur Musik von Pascal Dusapin und dem Text von Heiner Müller kam im Mai 2007 in Luxemburg zur Uraufführung, im September zur Deutschlandpremiere an die Staatsoper Berlin. Für die Opéra National de Paris choreographierte sie im Oktober 2007 »Roméo et Juliette« zur Dramatischen Sinfonie von Hector Berlioz. Von der Fachzeitschrift »ballet-tanz« wurde Sasha Waltz im August 2007 zur »Choreographin des Jahres« gewählt. Das musikalisch-choreographische Projekt »Jagden und Formen (Zustand 2008)« nach der Musik von Wolfgang Rihm wurde im Frühjahr 2008 in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern in Frankfurt am Main uraufgeführt. Im März 2009 präsentierte die Compagnie die »Dialoge 09 – Neues Museum« von Sasha Waltz im Neuen Museum in Berlin, das mehr als 10.000 Zuschauer begeisterte. Im April wurde sie von der französischen Kulturministerin in Paris zum »Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres« ernannt. Das Projekt »Dialoge 09 – MAXXI« wurde im November in Rom zur feierlichen Einweihung des Museumsneubaus von Zaha Hadid »MAXXI_Museo nazionale delle arti del XXI secolo« in Rom gezeigt.
Kurzbio
Sasha Waltz wurde 1963 in Karlsruhe geboren. Von 1983-1987 studierte sie Tanz und Choreographie in Amsterdam und New York. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete sie 1993 Sasha Waltz & Guests und 1996 die sophiensæle. Von 1999 bis 2004 gehörte sie der Künstlerischen Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin an. Hier entstanden u.a. die Stücke »Körper«, »S« und »noBody« sowie die choreographische Installation »insideout«. Ende des Jahres 2004 wurde Sasha Waltz & Guests erneut unabhängig und realisierte ihre erste Opernproduktion »Dido & Aeneas« zur Musik Henry Purcells, uraufgeführt am Grand Théâtre de Luxembourg und an der Staatsoper Berlin. Die zweite choreographische Oper »Medea« von Sasha Waltz zur Musik von Pascal Dusapin und dem Text von Heiner Müller kam im Mai 2007 in Luxemburg zur Uraufführung, im September zur Deutschlandpremiere an die Staatsoper Berlin. Für die Opéra National de Paris choreographierte sie im Oktober 2007 »Roméo et Juliette« zur Dramatischen Sinfonie von Hector Berlioz. Von der Fachzeitschrift »ballet-tanz« wurde Sasha Waltz im August 2007 zur »Choreographin des Jahres« gewählt. Das musikalisch-choreographische Projekt »Jagden und Formen (Zustand 2008)« nach der Musik von Wolfgang Rihm wurde im Frühjahr 2008 in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern in Frankfurt am Main uraufgeführt. Im März 2009 präsentierte die Compagnie die »Dialoge 09 – Neues Museum« von Sasha Waltz im Neuen Museum in Berlin, das mehr als 10.000 Zuschauer begeisterte. Im April wurde sie von der französischen Kulturministerin in Paris zum »Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres« ernannt. Das Projekt »Dialoge 09 – MAXXI« wurde im November in Rom zur feierlichen Einweihung des Museumsneubaus von Zaha Hadid »MAXXI_Museo nazionale delle arti del XXI secolo« in Rom gezeigt.
Regie
Choreographie
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